
Lokalzeit
Résumé et détails
Die Lokalzeit-Studios versorgen Sie mit Nachrichten und Berichten aus Ihrer Nähe und informieren Sie über alles, was Sie wissen wollen.


Die Lokalzeit-Studios versorgen Sie mit Nachrichten und Berichten aus Ihrer Nähe und informieren Sie über alles, was Sie wissen wollen.
mit Il Giardino Armonico
Der italienische Geigenvirtuose und Komponist Pietro Antonio Locatelli wirkte an der Schwelle vom Barock zur Klassik. Stargeigerin Isabelle Faust begibt sich in Locatellis Geburtsstadt Bergamo auf Spurensuche nach dessen halsbrecherischer Musik - zusammen mit Dirigent Giovanni Antonini und seinem Originalklangensemble Il Giardino Armonico. Gespielt wird ein Programm, das Locatelli als Komponisten präsentiert, der äußerst anspruchsvolle Werke für die Violine geschrieben hat. Die Violinkonzerte in der "L'arte del violino" verblüffen mit ihren hohen Passagen, schnellen Lagenwechseln und Doppelgriffen. Sie wurden zum Vorbild für die berühmten Capricci des heute viel bekannteren "Teufelsgeigers" Paganini, in denen man der Energie Locatellis regelrecht nachspüren kann. Paganini verbeugte sich vor Locatellis Kompositionen, die ihm "eine Welt neuer Ideen und Methoden eröffneten, die wegen ihrer übermäßigen Schwierigkeit nie den verdienten Erfolg erzielt hatten." Dieser Musik muss man also gewachsen sein - und Isabelle Faust zeigt hier deutlich, dass sie die nötige spielerische Raffinesse und Präzision selbst bei den allerhöchsten Tönen besitzt. Isabelle Faust und Dirigent Giovanni Antonini erzählen von ihrer Faszination für diese Musik und machen das Konzert zu einer Entdeckungsreise in die Klangwelt von Pietro Locatelli. Programm: Pietro Antonio Locatelli Concerto op. 3 Nr. 11 "L'arte del violino" Concerto op. 3 Nr. 2 "L'arte del violino" Concerto grosso op. 1 Nr. 11 Concerto grosso op. 7 Nr. 6 "Il pianto d'Arianna"
Mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse
Renaud Capuçon und David Fray interpretieren Bachs Violinkonzerte und Konzerte für mehrere Tasteninstrumente mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse. Capuçon und Fray gestalten gemeinsam mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse ein Bach-Programm, das zentrale Konzertwerke vereint. Capuçon ist Solist in den Violinkonzerten, während Fray zusammen mit Audrey Vigoureux, Jacques Rouvier und Emmanuel Christien die Konzerte für mehrere Tasteninstrumente interpretiert - darunter das Concerto für vier Cembali in a-Moll (BWV 1065).

www.west-art.de
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.

Susan Link und Micky Beisenherz begrüßen folgende Gäste: Christine Westermann & Götz Alsmann,, Gamze Kubasik, Miriam Neureuther, Motsi Mabuse und Johannes Schröder.
Acteurs : Susan Link, Micky Beisenherz
Ein Film von Susanne Böhm
Plötzlich blinkt es auf dem Radarschirm, ein Funkspruch durchbricht die konzentrierte Routine: Full Emergency - ein technischer Notfall im Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn. Im Kontrollzentrum bleibt keine Zeit für lange Überlegungen. Statt dessen: Nerven bewahren, sekundenschnelle Entscheidungen treffen - Leben hängen davon ab. Wer darf noch starten? Wer muss warten? Die Flughafenfeuerwehr rückt aus. Wird alles gut ausgehen? Die packende Reportage begleitet 24 Stunden lang Menschen, die am Flughafen Köln/Bonn für unsere Sicherheit sorgen, wenn wir in den Urlaub fliegen. Wir blicken hinter die Kulissen - in Schaltzentralen aus Hightech und Handwerk der Profis, die Tag und Nacht ein gigantisches Räderwerk am Laufen halten: Etwa im Tower und im AOCC, den Nervenzentren des Flughafens, in denen alle Fäden zusammenlaufen. Oder im gigantischen Frachtzentrum, in dem nachts bis zu 190.000 Pakete pro Stunde durch ein Labyrinth aus Förderbändern rasen - während tagsüber zu Spitzenzeiten 41.000 Reisende von hier aus starten und landen. "Hier müssen alle Zahnräder ineinandergreifen. Ich bin glücklich, wenn wir die Maschine pünktlich, aber vor allem sicher rausgeschickt haben und die Leute in den Urlaub kommen." Tim ist Rampagent, unter seiner Regie muss das Flugzeug ent- und beladen, getankt und gereinigt werden. Passagiere müssen boarden - nichts darf schiefgehen. Doch gerade steht er vor der Maschine nach Nizza - schon eine Stunde Verspätung, Passagiere fehlen, ein enges Zeitfenster von 35 Minuten, bis die Maschine wieder abheben soll. Am Rand des Geländes sorgt Falkner Marc mit seinem Wüstenbussard dafür, dass kein Vogelschlag die Flugzeuge in Gefahr bringt - während drinnen Terminalmanagerin Züleyha die großen und kleinen Sorgen gestrandeter Reisender löst. Und auch die Notfallsanitäterinnen Tina und Verena kommen kaum zur Ruhe: ein Passagier mit Kreislaufkollaps, ein Stromschlag auf einer Baustelle. "24 Stunden Flughafen Köln/Bonn" nimmt uns mit in eine Welt zwischen Sehnsucht und Schichtdienst, zwischen Hightech und Teamgeist, zwischen Urlaubsfliegern und nächtlichem Frachtboom. Ein Flughafen, der rund um die Uhr niemals schläft - und nur funktioniert, weil hier Menschen mit Leidenschaft arbeiten und sich blind aufeinander verlassen können. Hinter jeder Landung, hinter jedem Start steckt die stille, große Leistung von Menschen, die dafür sorgen, dass wir sicher ankommen.
Mit Familie Boldt nach Venedig
- Mit Familie Boldt nach Venedig Vor einem Jahr kauften Wieslawa (45) und Holger Boldt (59) aus Osterholz-Scharmbeck kurzerhand einen Wohnwagen - und das ganz ohne Camping-Erfahrung. Nun wagt die vierköpfige Familie ihre erste große Fahrt: Es geht zum Familiencampingplatz Union Lido Mare in Cavallino-Treporti bei Venedig, mit Zwischenstopp am Seecamping Berghof am Ossiacher See. So weit weg waren sie noch nie. Holger und Wieslawa sind seit 20 Jahren verheiratet und grundverschieden. Sie hat immer einen Plan, behält ihn aber gern für sich und lässt ihn Holger ausführen. Der gerät dabei regelmäßig ins Straucheln. Holger ist längst Feuer und Flamme fürs Campen. Wieslawa nicht! Mal schauen, ob sie noch zur Vollblutcamperin wird. Bereits vor der Abfahrt wird es spannend: Stimmt das Gewicht des voll beladenen Gespanns? Und klappt das Rangieren mit dem Mover? Rauchende Bremsen und ein Wasserfall-Zwischenstopp sorgen schon auf der Hinfahrt für echte Abenteuergefühle. Am Ziel erwartet die Boldts ein Campingplatz der Superlative: Rutschenparadies, Shoppingmeile und Beach-Bar inklusive. Auf ihren Ausflügen wird Holger zum Aushilfs-Pizzabäcker, es geht per Wassertaxi zur Glasbläserei auf Murano und natürlich mit der Gondel durch Venedig. Zwischen Aufbau-Stress und La Dolce Vita wird klar: Camping bedeutet für die Boldts vor allem gemeinsame Familienzeit.

Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Acteurs : Rebecca Verwerich
Unser Land in den 60ern
1960 - der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt, in dem Nordrhein-Westfalen nur eine Richtung kannte: Volle Kraft voraus! Das Wirtschaftswunder machte es möglich. "Wir sind wieder wer!" das wollten wir auch zeigen. Immer mehr Menschen konnten sich nun ein Auto leisten. Mit dem Straßenbaufinanzierungsgesetz fiel 1960 der Startschuss für den groß angelegten Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen. Jetzt konnte man richtig "Strecke machen". Eines der Fahrzeuge damals: das Motocoupé "Isetta". Das Modell von Jutta Beyer-Vollprecht ist Baujahr 1961. Die 150 D-Mark, die die Bonnerin seinerzeit für das Gefährt bezahlte, haben sich gelohnt, denn bis heute ist sie mit dem Motocoupé unterwegs. Knapp 500.000 Kilometer hat ihre Isetta inzwischen auf dem Blechbuckel, mit Reisen quer durch ganz Europa - vom Nordkap bis nach Griechenland. Auch für die "Tina Scarlett" sollte es über den Rhein in die große, weite Welt gehen. Doch bei der Überfahrt von Köln Richtung Nordsee kollidierte die Hochseefähre vor Emmerich mit einem Tanklaster. Es kam zu einer Explosion. Insgesamt elf Schiffe gerieten in Brand. Der Rhein stand tagelang in Flammen. Der ehemalige Feuerwehrmann Michael Thissen, selbst Jahrgang 1960, hat das Ereignis aufgearbeitet. Mit zwei Feuerwehrleuten, die damals gegen die Flammen gekämpft haben, berichtet er über die Katastrophe. In Düsseldorf ging Anfang der 60er Jahre ein musikalischer Stern auf, den heute jeder kennt. Eigentlich war Heinz Georg Kramm Bäcker, doch nach Feierabend packte er hinter der Backstube regelmäßig sein Akkordeon aus. Als schließlich eine Düsseldorfer Kapelle anfragte, ob er für einen erkrankten Musiker einspringen könnte, war das der Wendepunkt. Bei einem fulminanten Auftritt wurde "Heino" als Solo-Sänger gefeiert. Groß machte ihn ein paar Jahre später ausgerechnet der Mann, der 1961 selbst einen der größten Hits des Jahres lieferte: Ralf Bendix. Im selben Jahr blickte man mit Sorge nach Berlin, wo plötzlich die Mauer die Stadt teilte. Kein Bundesland nahm damals mehr DDR-Flüchtlinge auf als NRW - und die meisten der Menschen kamen in die Aufnahmestelle nach Unna-Massen. Auch Familie Deterling. Harry Deterling war Lokführer in der DDR, und er wollte mit seiner Familie in den Westen. Am Nikolausabend 1961 durchbrach er mit einer Lokomotive die Absperrung der letzten bestehenden Gleisverbindung zwischen der DDR und West-Berlin. An Bord des Zuges: seine Frau, seine vier Söhne und weitere Familienmitglieder. Die Flucht gelang, aber die DDR wollte "ihren" Mann zurück und schickte einen Agenten, der einen der Söhne entführen sollte, um die Familie zur Rückkehr zu zwingen. Aber der Versuch scheiterte. Ingrid Deterling und ihr Sohn Manfred berichten von ihrer spektakulären Flucht und der aufreibenden Zeit danach. Es war auch eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs: Mit Elisabeth Schwarzhaupt nahm 1961 die erste Frau den Platz an der Spitze eines Bundesministeriums ein - gegen den Willen von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Deutschland wurde weltoffener und begrüßte die ersten "Gastarbeiter" aus Spanien, Griechenland und der Türkei. Die Wirtschaft brummte, und von den Zuwanderern aus Italien übernahmen wir die kulinarischen Spezialitäten. Beim Städtebau orientierte man sich an den Vereinigten Staaten. Es entstanden Hochhäuser nach dem Vorbild amerikanischer Wolkenkratzer. Allen voran: das Dreischeibenhaus, das das Gesicht der Landeshauptstadt bis heute prägt. Aber auch musikalisch gaben die USA den Ton an. Der Clou: Viele int
Unser Land in den 60ern
Bezahlter Urlaub - das war neu! Zu Beginn des Jahres 1963 trat das "Bundesurlaubsgesetz" in Kraft. Auf einmal durften Arbeitnehmer 24 Tage im Jahr verreisen - bei voller Lohnfortzahlung. Die Menschen in NRW packte das Fernweh und sie reisten nach "Bella Italia". Schnell bekam der Küstenort Rimini den Spitznamen "Teutonengrill", denn hier sonnten sich vor allem Deutsche. Wer sich nicht über den Brenner traute, der machte Urlaub in NRW. Beliebtes Ziel: Der Teutoburger Wald mit seinem sagenumwobenen Hermannsdenkmal. Ganz in der Nähe wuchs Wilfried Mellies auf und erlebte mit, wie seine Heimat zur Touristenhochburg wurde. Seine Eltern vermieteten Gästezimmer und der damalige Teenager aus dem kleinen Örtchen Hiddesen zählte mit seinen Freunden Autos, die vor "dem Hermann" einen Parkplatz suchten. Hergestellt wurden viele dieser Autos in Bochum: General Motors eröffnete 1962 auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Dannenbaum ein neues Opel-Werk. Hier bauten rund 11.000 Arbeiter einen ganz neuen Autotyp: den Opel Kadett A. Ein Kleinwagen für die ganze Familie, der dem VW-Käfer Konkurrenz machen sollte. Genauso einen Wagen besitzt Georg Simon aus Dorsten noch heute. Der Münsterländer hat das Auto von seinem Opa geerbt und wieder fit gemacht. Noch immer braust er damit über die Landstraßen, manchmal sogar bis nach Italien. Mit dem Auto fuhren die Nordrhein-Westfalen in den 60ern nicht nur in den Urlaub, sondern vor allem zum Einkaufen - zum Beispiel in den neueröffneten Ruhrpark nach Bochum. Die Parkplatzsuche in der Innenstadt war eine Tortur, doch das neue Einkaufszentrum bot sie kostenfrei für 2500 Kleinwagen. Dazu stolze vierzig Geschäfte, da lohnte sich der Wocheneinkauf. Ihr eigenes Geld ausgeben durften in den 60ern schließlich auch die Frauen. Seit 1962 konnten sie ein eigenes Konto eröffnen. Geld gaben sie natürlich auch für Mode aus: Der Bikini erlebte Anfang der 60er ein Revival und auch der Minirock stand bei modebewussten Damen hoch im Kurs. Freizügigkeit bei den Outfits - aber noch immer Engstirnigkeit bei der Rollenverteilung: Der Mann verdiente das Geld, die Frauen blieben zuhause und kümmerten sich um Haushalt und Kinder. Mit über 1,3 Millionen Babys erreichten die Geburtenzahlen 1964 ihren Höhepunkt. Einen feministischen Lichtblick gab es in der Politik: Else Zimmermann aus Bielefeld wurde die erste Landrätin der BRD. Aber in der Landespolitik hatten nach wie vor Männer das Sagen: Bundeskanzler Konrad Adenauer empfing internationale Staatschefs wie den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und den jungen US-Präsidenten John F. Kennedy. Beim Besuch Kennedys stand NRW Kopf: Zehntausende hielten Spalier am Wegesrand und feierten den jungen Hoffnungsträger aus Amerika. Deutschland war ein wichtiger Bündnispartner. Es war die Zeit des Kalten Krieges und die Bundesrepublik NATO-Mitglied. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, kaufte Außenminister Franz-Josef Strauß beim US-Rüstungskonzern Lockheed den "Starfighter". Einen Abfangjäger, der bei der Verteidigung der Bundesrepublik gegen die Feinde aus Russland helfen sollte. Die ersten Starfighter wurden im Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren bei Köln stationiert. Ganz in der Nähe - im kleinen Dorf Oberbolheim - lebte auch damals schon Gertrud Kremer. Täglich musste sie den ohrenbetäubenden Lärm ertragen und kämpfte gemeinsam mit den anderen Einwohnern für die Umsiedlung ihres Dorfes. Als 1962 ein Starfighter bei einem Absturz in eine Fabrik in Oberbolheim raste, stimmte
Unser Land in den 60ern
Mitte der 60er - zuerst kam die Queen und im Sommer 1966 reisten sogar die Beatles nach NRW - zu ihrem legendären Konzert in Essen. Das Leben im Westen nahm Fahrt auf. Die Röcke wurden kürzer, die Haare länger und die Bilder farbig - nicht nur im Fernsehen, sondern auch zu Hause auf der Super-8-Leinwand. Beschleunigung war angesagt. Die Städte wurden Auto fit gemacht. Brücken, Autobahnen und Einkaufsmeilen gebaut, die NRW bis heute prägen. Ein Aufklärungsfilm sorgte für Aufregung und rappelvolle Kinos. In der dritten Folge der neuen vierteiligen WDR Reihe "Unser Land in den 60ern" stehen die Jahre 1965 bis 1967 im Fokus - eine Zeit des Umbruchs: In Düsseldorf beendete die SPD die bis dato ungebrochene Macht der CDU. Heinz Kühn wurde Ministerpräsident. Die Zeit des ungebremsten Wachstums war vorbei. Im Ruhrgebiet machte das billige Erdöl der Kohle Konkurrenz. Auch gesellschaftlich lag ein Wandel in der Luft: Viele junge Frauen wollten sich nicht mehr mit einer "Karriere" als Hausfrau und Mutter begnügen. Sie strebten nach mehr Selbstbestimmung auch in der Sexualität. Die Zeit war reif für "Helga", einen Aufklärungsfilm im Auftrag von Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel. Der Kinofilm sollte Schluss machen mit der Ahnungslosigkeit in Sachen Sex. "Helga" wurde zum Megaseller mit mehr als 40 Millionen Besuchern in der ganzen Welt. Im WDR wurde zur gleichen Zeit ein "Märchen von übermorgen" zum Kult. Am 17.09.1966 startete Commander Cliff Allister McLane in seiner Orion zum Weltraumabenteuer - mit Badezimmerarmaturen und Bügeleisen als berühmteste Requisiten der deutschen Fernsehgeschichte. Der Tod von Altbundeskanzler Konrad Adenauer am 19. April 1967 markiert endgültig das Ende der Nachkriegszeit. Es stand etwas Neues bevor. In Köln liefen Studenten und Schüler in tagelangen Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen der KVB Sturm. Es war der Anfang von Protesten gegen die alten Machtstrukturen und für mehr Demokratie. Sie sollten bald das ganze Land erschüttern. Die Filmemacher haben nicht nur beeindruckendes und zum Teil noch nie gezeigtes Bildmaterial aus den Sechzigern aufgespürt, sondern auch Menschen getroffen, die ihre ganz persönliche Geschichte aus dieser Zeit erzählen. So erinnert sich Ulrich Wickert an seine Studentenzeit in Bonn - als er zuerst die Queen und kurz darauf Rudi Dutschke traf. Frank Becker berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit der neuen Super-8-Kamera, die ihn zum Chronisten seiner Familie und später zum Besitzer des größten privaten Filmarchivs Deutschlands machte. Und Gevinon Gräfin von dem Bussche-Kessell erzählt, wie sie als Blumenmädchen den königlichen Empfang in Bonn rettete. Produziert werden die Filme von der Kölner Firma BROADVIEW TV, die bereits mehrere Dokumentationsreihen über die vergangenen Jahrzehnte Nordrhein-Westfalens produziert hat.
Unser Land in den 60ern
Ende der 60er Jahre liegt Veränderung in der Luft: Junge begehren gegen Alte auf, Frauen drängen auf mehr Gleichberechtigung, die Jugend will raus aus den angepassten Strukturen. Es knirscht an vielen Stellen. Zechen müssen schließen. Das Ruhrgebiet ist nicht mehr nur Arbeiter-, sondern zunehmend auch Akademiker-Revier. In der letzten Folge der neuen vierteiligen WDR Reihe "Unser Land in den 60ern" stehen 1968 und 1969 im Fokus: Frauen zeigen, dass sie auch anders können. Eine Rennfahrerin fährt den Männern davon und Geseke feiert "seine" Olympiasiegerin der Spiele in Mexiko. Willy Brandt wird der erste Bundeskanzler der SPD und die Amerikaner landen auf dem Mond. Das Land im Umbruch. Menschen aus der Türkei, Spanien, Griechenland oder Italien, die für die Arbeit unter Tage angeworben wurden, bauen sich neue Existenzen auf. Mittendrin eine Pizzeria in Oberhausen. Rosetta Leones Onkel Salvatore ist 1968 einer der ersten im Revier. Rosetta verlässt ihr Dorf in Kalabrien und macht sich als junges Mädchen auf nach Oberhausen. Aus dem Ferienjob wird eine Lebensentscheidung. Sie bringen die Pizza nach Oberhausen und damit ins Revier. Noch heute betreibt Rosetta Leone das Restaurant. Zur gleichen Zeit starten ein paar Kilometer weiter die Internationalen Essener Songtage - eine Art Woodstock im Revier, ein Jahr vor dem legendären Festival in den USA. Politische Diskussionen gehören in Essen dazu. In allen größeren Städten Nordrhein-Westfalens demonstrieren Menschen für mehr Freiheiten und Mitbestimmung. Proteste gegen einen für sie altbackenen und konservativen Staat. Sie wehren sich gegen schlechte Studienbedingungen und Professoren, die schon währen der Nazi-Diktatur lehrten. Hannelore Werner zeigt es den Männern auf der Rennstrecke. Die 26-jährige Zahntechnikerin aus Hürth fährt in der Formel V und in der Formel 3 und 2. Unter anderem gewinnt sie den Vorläufer des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring. Ingrid Becker aus Geseke sorgt in Mexico City 1968 für Furore. Sie holt das erste Gold dieser Olympischen Spiele für die Bundesrepublik und zwar im Fünfkampf. Den coolsten Werbespot des Jahrzehnts schafft ein Mann, der am liebsten gelbe Overalls trägt: Charles Wilp aus Witten. Er kreiert den legendären Afri-Cola-Spot: Lasziv blickende Models in Nonnentracht schlürfen Cola. Der Spot ist so revolutionär, dass er später sogar zur documenta eingeladen wird. 1969 wird Willy Brandt zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler gewählt. Er steht für eine vor allem von den Jüngeren geforderte neue Politik. Die sozial-liberale Koalition im Bund hat ihr Vorbild in Düsseldorf mit Ministerpräsident Heinz Kühn und Innenminister Willi Weyer. 1969 bringt Ford den Capri auf den Markt. Ein Auto für die jungen Wilden. Walter Winkler ist sofort hin und weg. Der Capri wird sein erstes Auto. Und es folgen noch viele. Für ihn verkörpert das Fahrzeug ein Gefühl von Freiheit und ‚anders sein' in einer Zeit der Käfer und Kadetts. Er schwärmt noch heute: "Sobald ich mich in den Capri setze, ist das ein Gefühl wie als wäre ich 18. Das ist wie Zeitblende, wie ein Schalter, den man umlegt." Im Juli 1969 hält die Mondlandung die Welt in Atem. Auch hier fiebern die Menschen mit. Drei Monate nach ihrer Landung sind die Astronauten in Köln zu Gast. Und beim Empfang im Rathaus kommt es zur Begegnung von Neil Armstrong mit einem entfernt verwandten Onkel aus dem Münsterland. Was kann da noch schief gehen, auf dem Weg ins neue Jahrzehnt? Der erste Mensch, der ein

Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Acteurs : Rebecca Verwerich
Eine Lokalzeit Reportage von Melanie Klüting
"Leben im Dunkeln - Wie blinde Eltern ihren Alltag meistern" Eine Lokalzeit Reportage von Melanie Klüting Saiman Mehra und Arya Raoufi-Mehra leben zusammen mit ihrem Sohn Kian in Gelsenkirchen im Oktober erwarten sie ihr zweites Kind. Freude und große Herausforderung zugleich, denn die beiden Eltern sind blind. Selbstbestimmt, humorvoll und voller Liebe meistern sie dennoch ihren Alltag. Saiman (34) lebt mit einer erblich bedingten Augenerkrankung und verfügt noch über etwa zwei Prozent Sehkraft. Arya (33) verlor ihr Augenlicht infolge einer Netzhautablösung und kann lediglich zwischen Hell und Dunkel unterscheiden. Im Mittelpunkt steht der Alltag der Familie mit ihrem 1,5-jährigen Sohn Kian, ein quirliges Kind, das die Eltern täglich vor neue Herausforderungen stellt. Gleichzeitig erwarten Saiman und Arya ihr zweites Kind. Wie organisiert man Familienleben ohne Augenlicht? Wie übernehmen Saiman und Arya Verantwortung für ihre Kinder? Wir sind dabei auf dem Weg zu noch mehr Familienglück im Dunkeln.

Ein Film von Dennis Wells
Mit seinem Film "Serengeti darf nicht sterben" wurde Bernhard Grzimek zur Ikone des Naturschutzes. Doch sein Einsatz bedeutete auch den Heimatverlust für das indigene Volk der Maasai. Der Dokumentarfilm erzählt von seinem bewegenden Vermächtnis und der Frage: Wie kann man in Zukunft Natur schützen, ohne indigene Gemeinschaften noch weiter zu verdrängen? Mit seiner Fernsehsendung "Ein Platz für Tiere" erreichte Bernhard Grzimek in den 1960er und 1970er Jahren bis zu 35 Millionen Zuschauer, sein Film "Serengeti darf nicht sterben" gewann 1960 den Oscar. Über Jahrzehnte galt Grzimek als unangefochtene Stimme des Naturschutzes und als Deutschlands bekanntester Tierfilmer. Schon im zerstörten Frankfurt hatte er als Direktor den Zoologischen Garten wiederaufgebaut und ihn modernisiert. Mit seiner Fernsehsendung mobilisierte er ein Millionenpublikum für den Tierschutz. Sein Lebenswerk war die Serengeti. Der Nationalpark wurde für ihn zum Symbol einer unberührten Wildnis - und zum Ort größter persönlicher Tragödie, als sein Sohn Michael 1959 bei den Dreharbeiten für "Serengeti darf nicht sterben" tödlich verunglückte. Doch Grzimek vollendete den Film, und sein Erfolg machte die Serengeti weltweit berühmt. Heute wird sein Vermächtnis neu bewertet. Sein Prinzip, "Platz für Tiere" zu schaffen, bedeutete auch, dass Menschen ihre Heimat verloren. Tausende Massai wurden 1959 aus dem Nationalpark an den Rand, in das Gebiet um den Ngorongoro-Krater umgesiedelt - ein Trauma, das bis in die Gegenwart reicht. Während Millionen Touristen mittlerweile zu einer Belastung für das Ökosystem der Serengeti werden, wehren sich die Massai dagegen, nun erneut umgesiedelt zu werden. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der Naturschutz weltweit prägte. Dabei stellt sich die drängende Frage: Wie lassen sich der Schutz einzigartiger Ökosysteme und die Rechte indigener Gemeinschaften im 21. Jahrhundert miteinander vereinbaren?
Réalisateur : Dennis Wells

Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Acteurs : Simone Sombecki

Das Informationsmagazin für NRW
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Acteurs : Susanne Wieseler und Andreas Bursche

Politik in Nordrhein-Westfalen
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.

Ce soirmit Ramon Babazadeh
Island - im wahrsten Sinne des Wortes ein Hotspot, denn die Insel im Nordatlantik ist wie keine andere von aktiven Vulkanen und heißen Quellen durchzogen. Gletscher, Eis und schroffe Felsen bieten einen Kontrast, der an dramatischer Naturschönheit kaum zu überbieten ist. Island ist ein Magnet für Naturliebhaber und Reiseabenteurer, was die Jahr für Jahr steigenden Besucherzahlen eindrucksvoll belegen. Wunderschön Reporter Ramon Babazadeh entdeckt die faszinierende Landschaft bei einem Roadtrip durch den Südwesten der Insel. Dabei sucht er nach besonderen Orten abseits der bekannten Routen und folgt Tipps, wie man den Besuchermassen aus dem Weg gehen kann. Er lernt die Kultur und Lebensart der Einheimischen genauso kennen wie die Motivation der Wahlisländer, die hier in der rauen Landschaft der Insel ihr Glück gefunden haben. Ramons Reise beginnt ganz im Süden der Insel in Vik, einem kleinen Ort, der für Touristen Ausgangspunkt vieler Exkursionen ist. Ramon lässt sich in die bizarr anmutende Katla-Eishöhle führen, er entdeckt schwarze Sandstrände und spektakuläre Wasserfälle. In Reykjavik geht es auf Walbeobachtungstour, Ramon besichtigt außerdem eine traditionelle Schaffarm und bei einem Ausritt auf Islandpferden erfährt er einiges über Elfen und Trolle, an die viele Isländer glauben. In Island treffen weite Landschaften auf magische Naturschauspiele und machen das Land zu etwas Besonderem. Die isolierte Insellage mitten im Nordatlantik ließ schon früh eine ganz eigene Kultur wachsen, die von der Naturverbundenheit und Gemeinschaft der Insulaner lebt. Mit knapp 4 Einwohnern pro Quadratkilometer bietet die nordische Insel viel einsame Weite und jede Menge Orte, die darauf warten, entdeckt zu werden.

8. Spieltag
Sehen Sie hier die Sportschau am Sonntag mit den Sonntagsspielen der Bundesliga.

Fußball ist die schönste Nebensache der Welt und ein Spiel dauert 90 Minuten? Falsch, ganz falsch. Nicht die schönste Nebensache, sondern die schönsten Nebensächlichkeiten sind es, woraus Arnd Zeigler Fußballträume strickt. Witzig, traurig, skurril und immer auch ein bisschen böse. Aber wer kann ihm das schon übel nehmen, wenn es am Ende was zu lachen gibt? Und irgendwie ist jeder mal dran. Die Guten ebenso wie die Bösen und die Bayern genauso wie die Bremer. Sympathie und Antipathie, schön gleichmäßig verteilt. Ob auf dem Platz oder hinter den Kulissen, passt auf, was ihr sagt liebe Fußballgötter, Zeigler findet alles.
Unser Land in den 60ern
1960 - der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt, in dem Nordrhein-Westfalen nur eine Richtung kannte: Volle Kraft voraus! Das Wirtschaftswunder machte es möglich. "Wir sind wieder wer!" das wollten wir auch zeigen. Immer mehr Menschen konnten sich nun ein Auto leisten. Mit dem Straßenbaufinanzierungsgesetz fiel 1960 der Startschuss für den groß angelegten Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen. Jetzt konnte man richtig "Strecke machen". Eines der Fahrzeuge damals: das Motocoupé "Isetta". Das Modell von Jutta Beyer-Vollprecht ist Baujahr 1961. Die 150 D-Mark, die die Bonnerin seinerzeit für das Gefährt bezahlte, haben sich gelohnt, denn bis heute ist sie mit dem Motocoupé unterwegs. Knapp 500.000 Kilometer hat ihre Isetta inzwischen auf dem Blechbuckel, mit Reisen quer durch ganz Europa - vom Nordkap bis nach Griechenland. Auch für die "Tina Scarlett" sollte es über den Rhein in die große, weite Welt gehen. Doch bei der Überfahrt von Köln Richtung Nordsee kollidierte die Hochseefähre vor Emmerich mit einem Tanklaster. Es kam zu einer Explosion. Insgesamt elf Schiffe gerieten in Brand. Der Rhein stand tagelang in Flammen. Der ehemalige Feuerwehrmann Michael Thissen, selbst Jahrgang 1960, hat das Ereignis aufgearbeitet. Mit zwei Feuerwehrleuten, die damals gegen die Flammen gekämpft haben, berichtet er über die Katastrophe. In Düsseldorf ging Anfang der 60er Jahre ein musikalischer Stern auf, den heute jeder kennt. Eigentlich war Heinz Georg Kramm Bäcker, doch nach Feierabend packte er hinter der Backstube regelmäßig sein Akkordeon aus. Als schließlich eine Düsseldorfer Kapelle anfragte, ob er für einen erkrankten Musiker einspringen könnte, war das der Wendepunkt. Bei einem fulminanten Auftritt wurde "Heino" als Solo-Sänger gefeiert. Groß machte ihn ein paar Jahre später ausgerechnet der Mann, der 1961 selbst einen der größten Hits des Jahres lieferte: Ralf Bendix. Im selben Jahr blickte man mit Sorge nach Berlin, wo plötzlich die Mauer die Stadt teilte. Kein Bundesland nahm damals mehr DDR-Flüchtlinge auf als NRW - und die meisten der Menschen kamen in die Aufnahmestelle nach Unna-Massen. Auch Familie Deterling. Harry Deterling war Lokführer in der DDR, und er wollte mit seiner Familie in den Westen. Am Nikolausabend 1961 durchbrach er mit einer Lokomotive die Absperrung der letzten bestehenden Gleisverbindung zwischen der DDR und West-Berlin. An Bord des Zuges: seine Frau, seine vier Söhne und weitere Familienmitglieder. Die Flucht gelang, aber die DDR wollte "ihren" Mann zurück und schickte einen Agenten, der einen der Söhne entführen sollte, um die Familie zur Rückkehr zu zwingen. Aber der Versuch scheiterte. Ingrid Deterling und ihr Sohn Manfred berichten von ihrer spektakulären Flucht und der aufreibenden Zeit danach. Es war auch eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs: Mit Elisabeth Schwarzhaupt nahm 1961 die erste Frau den Platz an der Spitze eines Bundesministeriums ein - gegen den Willen von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Deutschland wurde weltoffener und begrüßte die ersten "Gastarbeiter" aus Spanien, Griechenland und der Türkei. Die Wirtschaft brummte, und von den Zuwanderern aus Italien übernahmen wir die kulinarischen Spezialitäten. Beim Städtebau orientierte man sich an den Vereinigten Staaten. Es entstanden Hochhäuser nach dem Vorbild amerikanischer Wolkenkratzer. Allen voran: das Dreischeibenhaus, das das Gesicht der Landeshauptstadt bis heute prägt. Aber auch musikalisch gaben die USA den Ton an. Der Clou: Viele int
Unser Land in den 60ern
Bezahlter Urlaub - das war neu! Zu Beginn des Jahres 1963 trat das "Bundesurlaubsgesetz" in Kraft. Auf einmal durften Arbeitnehmer 24 Tage im Jahr verreisen - bei voller Lohnfortzahlung. Die Menschen in NRW packte das Fernweh und sie reisten nach "Bella Italia". Schnell bekam der Küstenort Rimini den Spitznamen "Teutonengrill", denn hier sonnten sich vor allem Deutsche. Wer sich nicht über den Brenner traute, der machte Urlaub in NRW. Beliebtes Ziel: Der Teutoburger Wald mit seinem sagenumwobenen Hermannsdenkmal. Ganz in der Nähe wuchs Wilfried Mellies auf und erlebte mit, wie seine Heimat zur Touristenhochburg wurde. Seine Eltern vermieteten Gästezimmer und der damalige Teenager aus dem kleinen Örtchen Hiddesen zählte mit seinen Freunden Autos, die vor "dem Hermann" einen Parkplatz suchten. Hergestellt wurden viele dieser Autos in Bochum: General Motors eröffnete 1962 auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Dannenbaum ein neues Opel-Werk. Hier bauten rund 11.000 Arbeiter einen ganz neuen Autotyp: den Opel Kadett A. Ein Kleinwagen für die ganze Familie, der dem VW-Käfer Konkurrenz machen sollte. Genauso einen Wagen besitzt Georg Simon aus Dorsten noch heute. Der Münsterländer hat das Auto von seinem Opa geerbt und wieder fit gemacht. Noch immer braust er damit über die Landstraßen, manchmal sogar bis nach Italien. Mit dem Auto fuhren die Nordrhein-Westfalen in den 60ern nicht nur in den Urlaub, sondern vor allem zum Einkaufen - zum Beispiel in den neueröffneten Ruhrpark nach Bochum. Die Parkplatzsuche in der Innenstadt war eine Tortur, doch das neue Einkaufszentrum bot sie kostenfrei für 2500 Kleinwagen. Dazu stolze vierzig Geschäfte, da lohnte sich der Wocheneinkauf. Ihr eigenes Geld ausgeben durften in den 60ern schließlich auch die Frauen. Seit 1962 konnten sie ein eigenes Konto eröffnen. Geld gaben sie natürlich auch für Mode aus: Der Bikini erlebte Anfang der 60er ein Revival und auch der Minirock stand bei modebewussten Damen hoch im Kurs. Freizügigkeit bei den Outfits - aber noch immer Engstirnigkeit bei der Rollenverteilung: Der Mann verdiente das Geld, die Frauen blieben zuhause und kümmerten sich um Haushalt und Kinder. Mit über 1,3 Millionen Babys erreichten die Geburtenzahlen 1964 ihren Höhepunkt. Einen feministischen Lichtblick gab es in der Politik: Else Zimmermann aus Bielefeld wurde die erste Landrätin der BRD. Aber in der Landespolitik hatten nach wie vor Männer das Sagen: Bundeskanzler Konrad Adenauer empfing internationale Staatschefs wie den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und den jungen US-Präsidenten John F. Kennedy. Beim Besuch Kennedys stand NRW Kopf: Zehntausende hielten Spalier am Wegesrand und feierten den jungen Hoffnungsträger aus Amerika. Deutschland war ein wichtiger Bündnispartner. Es war die Zeit des Kalten Krieges und die Bundesrepublik NATO-Mitglied. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, kaufte Außenminister Franz-Josef Strauß beim US-Rüstungskonzern Lockheed den "Starfighter". Einen Abfangjäger, der bei der Verteidigung der Bundesrepublik gegen die Feinde aus Russland helfen sollte. Die ersten Starfighter wurden im Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren bei Köln stationiert. Ganz in der Nähe - im kleinen Dorf Oberbolheim - lebte auch damals schon Gertrud Kremer. Täglich musste sie den ohrenbetäubenden Lärm ertragen und kämpfte gemeinsam mit den anderen Einwohnern für die Umsiedlung ihres Dorfes. Als 1962 ein Starfighter bei einem Absturz in eine Fabrik in Oberbolheim raste, stimmte
Unser Land in den 60ern
Mitte der 60er - zuerst kam die Queen und im Sommer 1966 reisten sogar die Beatles nach NRW - zu ihrem legendären Konzert in Essen. Das Leben im Westen nahm Fahrt auf. Die Röcke wurden kürzer, die Haare länger und die Bilder farbig - nicht nur im Fernsehen, sondern auch zu Hause auf der Super-8-Leinwand. Beschleunigung war angesagt. Die Städte wurden Auto fit gemacht. Brücken, Autobahnen und Einkaufsmeilen gebaut, die NRW bis heute prägen. Ein Aufklärungsfilm sorgte für Aufregung und rappelvolle Kinos. In der dritten Folge der neuen vierteiligen WDR Reihe "Unser Land in den 60ern" stehen die Jahre 1965 bis 1967 im Fokus - eine Zeit des Umbruchs: In Düsseldorf beendete die SPD die bis dato ungebrochene Macht der CDU. Heinz Kühn wurde Ministerpräsident. Die Zeit des ungebremsten Wachstums war vorbei. Im Ruhrgebiet machte das billige Erdöl der Kohle Konkurrenz. Auch gesellschaftlich lag ein Wandel in der Luft: Viele junge Frauen wollten sich nicht mehr mit einer "Karriere" als Hausfrau und Mutter begnügen. Sie strebten nach mehr Selbstbestimmung auch in der Sexualität. Die Zeit war reif für "Helga", einen Aufklärungsfilm im Auftrag von Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel. Der Kinofilm sollte Schluss machen mit der Ahnungslosigkeit in Sachen Sex. "Helga" wurde zum Megaseller mit mehr als 40 Millionen Besuchern in der ganzen Welt. Im WDR wurde zur gleichen Zeit ein "Märchen von übermorgen" zum Kult. Am 17.09.1966 startete Commander Cliff Allister McLane in seiner Orion zum Weltraumabenteuer - mit Badezimmerarmaturen und Bügeleisen als berühmteste Requisiten der deutschen Fernsehgeschichte. Der Tod von Altbundeskanzler Konrad Adenauer am 19. April 1967 markiert endgültig das Ende der Nachkriegszeit. Es stand etwas Neues bevor. In Köln liefen Studenten und Schüler in tagelangen Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen der KVB Sturm. Es war der Anfang von Protesten gegen die alten Machtstrukturen und für mehr Demokratie. Sie sollten bald das ganze Land erschüttern. Die Filmemacher haben nicht nur beeindruckendes und zum Teil noch nie gezeigtes Bildmaterial aus den Sechzigern aufgespürt, sondern auch Menschen getroffen, die ihre ganz persönliche Geschichte aus dieser Zeit erzählen. So erinnert sich Ulrich Wickert an seine Studentenzeit in Bonn - als er zuerst die Queen und kurz darauf Rudi Dutschke traf. Frank Becker berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit der neuen Super-8-Kamera, die ihn zum Chronisten seiner Familie und später zum Besitzer des größten privaten Filmarchivs Deutschlands machte. Und Gevinon Gräfin von dem Bussche-Kessell erzählt, wie sie als Blumenmädchen den königlichen Empfang in Bonn rettete. Produziert werden die Filme von der Kölner Firma BROADVIEW TV, die bereits mehrere Dokumentationsreihen über die vergangenen Jahrzehnte Nordrhein-Westfalens produziert hat.
Unser Land in den 60ern
Ende der 60er Jahre liegt Veränderung in der Luft: Junge begehren gegen Alte auf, Frauen drängen auf mehr Gleichberechtigung, die Jugend will raus aus den angepassten Strukturen. Es knirscht an vielen Stellen. Zechen müssen schließen. Das Ruhrgebiet ist nicht mehr nur Arbeiter-, sondern zunehmend auch Akademiker-Revier. In der letzten Folge der neuen vierteiligen WDR Reihe "Unser Land in den 60ern" stehen 1968 und 1969 im Fokus: Frauen zeigen, dass sie auch anders können. Eine Rennfahrerin fährt den Männern davon und Geseke feiert "seine" Olympiasiegerin der Spiele in Mexiko. Willy Brandt wird der erste Bundeskanzler der SPD und die Amerikaner landen auf dem Mond. Das Land im Umbruch. Menschen aus der Türkei, Spanien, Griechenland oder Italien, die für die Arbeit unter Tage angeworben wurden, bauen sich neue Existenzen auf. Mittendrin eine Pizzeria in Oberhausen. Rosetta Leones Onkel Salvatore ist 1968 einer der ersten im Revier. Rosetta verlässt ihr Dorf in Kalabrien und macht sich als junges Mädchen auf nach Oberhausen. Aus dem Ferienjob wird eine Lebensentscheidung. Sie bringen die Pizza nach Oberhausen und damit ins Revier. Noch heute betreibt Rosetta Leone das Restaurant. Zur gleichen Zeit starten ein paar Kilometer weiter die Internationalen Essener Songtage - eine Art Woodstock im Revier, ein Jahr vor dem legendären Festival in den USA. Politische Diskussionen gehören in Essen dazu. In allen größeren Städten Nordrhein-Westfalens demonstrieren Menschen für mehr Freiheiten und Mitbestimmung. Proteste gegen einen für sie altbackenen und konservativen Staat. Sie wehren sich gegen schlechte Studienbedingungen und Professoren, die schon währen der Nazi-Diktatur lehrten. Hannelore Werner zeigt es den Männern auf der Rennstrecke. Die 26-jährige Zahntechnikerin aus Hürth fährt in der Formel V und in der Formel 3 und 2. Unter anderem gewinnt sie den Vorläufer des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring. Ingrid Becker aus Geseke sorgt in Mexico City 1968 für Furore. Sie holt das erste Gold dieser Olympischen Spiele für die Bundesrepublik und zwar im Fünfkampf. Den coolsten Werbespot des Jahrzehnts schafft ein Mann, der am liebsten gelbe Overalls trägt: Charles Wilp aus Witten. Er kreiert den legendären Afri-Cola-Spot: Lasziv blickende Models in Nonnentracht schlürfen Cola. Der Spot ist so revolutionär, dass er später sogar zur documenta eingeladen wird. 1969 wird Willy Brandt zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler gewählt. Er steht für eine vor allem von den Jüngeren geforderte neue Politik. Die sozial-liberale Koalition im Bund hat ihr Vorbild in Düsseldorf mit Ministerpräsident Heinz Kühn und Innenminister Willi Weyer. 1969 bringt Ford den Capri auf den Markt. Ein Auto für die jungen Wilden. Walter Winkler ist sofort hin und weg. Der Capri wird sein erstes Auto. Und es folgen noch viele. Für ihn verkörpert das Fahrzeug ein Gefühl von Freiheit und ‚anders sein' in einer Zeit der Käfer und Kadetts. Er schwärmt noch heute: "Sobald ich mich in den Capri setze, ist das ein Gefühl wie als wäre ich 18. Das ist wie Zeitblende, wie ein Schalter, den man umlegt." Im Juli 1969 hält die Mondlandung die Welt in Atem. Auch hier fiebern die Menschen mit. Drei Monate nach ihrer Landung sind die Astronauten in Köln zu Gast. Und beim Empfang im Rathaus kommt es zur Begegnung von Neil Armstrong mit einem entfernt verwandten Onkel aus dem Münsterland. Was kann da noch schief gehen, auf dem Weg ins neue Jahrzehnt? Der erste Mensch, der ein

Aufzeichnung vom 17.01.2019 aus Groningen, NL
Die fünf Mitglieder von Fontaines D.C. kommen aus Dublin und sind stark von der musikalischen Subkultur der irischen Hauptstadt beeinflusst. Post Punk und Indie vermischen sich bei Fontaines D.C. mit dem erzählerischen Gesangsstil von Frontmann Grian Chatten, der seinen typischen Dublin-Akzent nicht verbirgt. Die Musik dazu ist garagig, hypnotisch, krautig und verliert sich beizeiten in wiederkehrenden, luftigen Gitarrenriffs. Die Fünf tun nicht einmal so als kämen sie anderswo her als aus Dublin, und gerade das macht sie sehr authentisch.

Aufzeichnung vom 28.11.2017 aus dem Gebäude 9, Köln
Am 28. November 2017 sind im Kölner Gebäude 9 zwei Bands aufeinandergetroffen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Idles aus England und Hope aus Berlin. Die einen machen höchst aggressiven Postpunk, die anderen begeistern mit sphärischen Indietronics. Idles, die Engländer um den bärbeißigen Sänger Joe Talbot, sind sehr wütende Zeitgenossen. Ihr knallharter Gitarrensound wird betankt von Hardcore, Garagenrock und HipHop-Elementen. Die Band kommt aus dem ehemaligen Indie-Mekka Bristol, was zur Zeit der Bandgründung nur noch ein Schatten seiner selbst war. Dank Idles, einem der heißdiskutiertesten Newcomer aus UK, ist Bristol wieder auf der Musik-Karte verzeichnet. Die Liveshows von Idles grenzen an Wahnsinn und sind komplett unberechenbare Energie-Eruptionen. Ihre Vorband Hope scheint das totale Gegenteil zu sein. Der Sound der Berliner ist sehr sphärisch und düster. Stellenweise klingt die Band geradezu kalt, dann wieder ganz warm und nah. Dichte Synth-Teppiche wabern aus den Boxen, Noise-Gitarren und dezente Percussion erschaffen ein sehr intensives Hörerlebnis. Doch auch Hope haben Spaß am Dekonstruieren von Songstrukturen und "zerlegen" ihre Tracks gerne dann, wenn sie am schönsten sind, durch Noise und Verzerrungen in ihre Einzelteile.
Aufzeichnung vom 15.01.2025 aus Groningen, NL
Dänemark ist vielleicht eher für Design als für Musik bekannt, aber eine neue Welle von Musiker:innen beweist, dass es auch eine Brutstätte für aufregende neue Talente ist. Elias Rønnenfelts Solo-Debütalbum "Heavy Glory" erschien im Oktober 2024 und wurde über ein ganzes Jahr - Song für Song - in Kopenhagen aufgenommen. Zu Rønnenfelts Mitwirkenden zählen Dan Kjær Nielsen von Iceage, der dänische Punk-Pate Peter Peter sowie die Sängerinnen Joanne Robertson und Fauzia. Letztes Jahr veröffentlichte Rønnenfelt neben seinem musikalischen Debüt auch seine erste Gedichtsammlung.

Aufzeichnung vom 11.10.2019 aus der Harmonie, Bonn
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Aufzeichnung vom 08.-10.08.2019 aus Haldern
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.