Der "aktuelle bericht" - das sind die regionalen Tagesthemen im SR Fernsehen. Was auch immer im Land passiert, der "aktuelle bericht" ist einfach dichter dran - mit Reporterberichten, Nachrichtenfilmen, Kommentaren und der Meinung unserer Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir liefern Informationen über das Geschehen in der Region, praktischen Service und unterhaltsame Geschichten aus dem Alltag. Mit Spielberichten, Vereinsporträts und aktuellen Meldungen ist der regionale Sport fester Bestandteil der Sendung. Der "aktuelle bericht": Worüber das Saarland morgen spricht, sehen Sie heute bei uns.
Es ist eine Premiere an der Klinik für Augenheilkunde in Lübeck: Einer 80-jährigen erblindeten Patientin wurde erstmals ein Netzhautimplantat eingesetzt, das ihr die Sehfähigkeit teilweise zurückgeben soll. Über neue therapeutische Möglichkeiten für Menschen mit Sehbehinderung sprechen wir mit Prof. Salvatore Grisanti vom UKSH Lübeck.
Extra wird täglich aktuell im Programm von tagesschau24 eingesetzt. Extra schließt Lücken und informiert den Zuschauer in kurzen aktuellen Filmen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Extra gibt es nur bei tagesschau24.
hr
MEX. das marktmagazin
Beschreibung und Details
* Wertvoller Rohstoff - was Salz so wichtig macht Was sind "kritische Rohstoffe"? In Zeiten weltweiter Krisen ein immer ernsteres Thema - und in Deutschland kommt da vor allem ein Rohstoff in den Blick, den kaum einer auf dem Schirm hat: Salz. Das braucht aber zum Beispiel die Chemieindustrie in großen Mengen und Deutschland ist der viertgrößte Salzproduzent der Welt.
Die Nordreportage: Der Türsteher und die Türsteherin
Zwischen Feiern und Gefahr - Film von Gerrit Lampe
Beschreibung und Details
Schützenfest Hannover: Gabriel Jankuc ist Türsteher und entscheidet, wer ins Festzelt darf und wer nicht. Ein Fall: Ein angetrunkener Gast kann die Abweisung nicht akzeptieren. Er taucht immer wieder in der Schlange auf. Holger Kossack ist Gabriels Chef. Er leitet eine Sicherheitsfirma in Hannover und sorgt mit seinem Team in zwei Festzelten für Sicherheit. Plötzlich ein Notfall! Die Mitarbeitenden müssen alles absperren, damit Krankenwagen und Sanitäter schnell zum Patienten kommen. Im Club Amadeus in Oldenburg entscheidet Ayla Imke, wer hereinkommt. Einen ersten Eindruck von den Gästen kann sich Imke schon früh verschaffen. Der Eingang befindet sich nicht direkt an der Straße, sondern die Besucher müssen etwa 20 Meter auf die Türsteherin zugehen. "Wir nennen das scherzhaft unseren Catwalk", sagt Ayla. Einer ihrer Einsätze: Bei einer Technoparty muss Ayla zur Männertoilette. Eine Frau ist verbotenerweise mit ihrem Freund in einer Kabine verschwunden. "Die Nordreportage" begleitet Türsteherinnen und Türsteher vor Clubs und auf Festen. Sie wollen dafür sorgen, dass alle Gäste friedlich feiern können und sie selbst dabei auch gesund und unverletzt nach Hause kommen.
Griechenland hat über 200 bewohnte Inseln, von denen viele nicht über eine medizinische Versorgung verfügen. Glücklicherweise gibt es Ärzte, die solche entlegenen Ägäis-Inseln besuchen, um ehrenamtlich zu helfen. "Re:" begleitet die Mission eines Ärzteteams auf die Kykladen-Insel Serifos. Dort wird mit zwei Lkw voll medizinischem Equipment für ein paar Tage ein provisorisches Krankenhaus errichtet. Die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung hat vor zehn Jahren ein System von mobilen medizinischen Teams aufgebaut, die monatlich in Piräus auf die Fähre steigen, um kleine, entlegene Inseln für jeweils eine knappe Woche medizinisch zu versorgen. Denn die Kosten für einen Arztbesuch auf dem Festland können sich viele Inselbewohner nicht leisten, und im Winter sind Überfahrten wegen schlechten Wetters oftmals ganz unmöglich. Der Augenarzt Christos Christoulakis ist von Anfang an bei diesen Einsätzen dabei: "Wir geben etwas. Aber wir bekommen auch sehr viel zurück". Zusammen mit Tasos Stamatiadis, dem technischen Leiter der Mission, ist er auf dem Weg nach Serifos. Auf der Fähre werden sie von zwei Lkws voll mit medizinischem Gerät begleitet, darunter ein tragbares Röntgengerät, ein digitales 3D-Mammografiegerät und ein Knochendichtescanner. Auf Serifos wird in wenigen Stunden ein Pop-up-Krankenhaus errichtet, mit dem die Insel vier Tage lang über die medizinische Infrastruktur einer kleinen Stadt verfügt – mit vielen verschiedenen Fachärzten und Krankenschwestern, die alle ehrenamtlich arbeiten. Auf der Insel wird das Medizinteam schon erwartet; viele der knapp 1.500 Einwohner kommen zu Untersuchungen vorbei, oft zu mehreren. Das "reisende Krankenhaus" hilft ihnen so, trotz der fehlenden Infrastruktur weiter auf Serifos zu leben. Manchen Patienten allerdings müssen die Ärzte zu einer Therapie auf dem Festland raten – so wie Susanna Diogou, die Lähmungserscheinungen in ihrem linken Fuß hat. Aber dafür müsste die Familie sich für längere Zeit trennen – ein Dilemma, das viele Menschen auf den Inseln fürchten.
Dauerhaft geschlossen – ist die Innenstadt zu retten? In der Stadt bummeln, über den Markt schlendern, einen Kaffee trinken, Bekannte treffen. Für viele gehört das zum Ausflug ins Zentrum dazu. Doch Baden-Württembergs Innenstädte verändern sich vielerorts spürbar: Traditionsgeschäfte schließen, Schaufenster stehen leer, mancherorts prägen zunehmend Billigläden, Imbisse und Handyshops das Bild. Gleichzeitig bestellen wir online oder kaufen im Einkaufszentrum am Stadtrand.
Das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft. Korrespondenten der ARD sorgen für schnelle und präzise News. Die Tagesschau-Ausgaben zur vollen Stunde werden teilweise mit Videotext-Untertiteln ausgestrahlt.
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Wie deutsche Waren den Weg in Putins Russland finden - Film von Michael Höft
Beschreibung und Details
Ein packender Film über geheime Handelswege zwischen Deutschland und Russland, mitten im Krieg. Deutschland steht offiziell fest an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich im kältesten Winter der Kriegsjahre auf den Weg nach Kyjiw. Der Himmel über der ukrainischen Hauptstadt wird fast jede Nacht vor allem von einer Waffe bedroht: der Drohne Geran-2. Diese Drohne wurde ursprünglich im Iran als Shahed-Drohne entwickelt und wird inzwischen in Russland selbst produziert. Immer wieder schlagen diese unbemannten Flugkörper in Wohnhäusern ein. Zivilisten sterben in ihren Wohnungen. Bei einem Termin beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhält das ARD-Team Zugang zu den Überresten abgeschossener Drohnen. Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Geleakte russische Zollpapiere zeigen detailliert, welche Firmen welche Waren nach Russland geliefert haben und welchen Weg diese Güter genommen haben. Die Spur führt nach Zentralasien. Vor allem Kasachstan spielt eine Schlüsselrolle. Die ehemalige Sowjetrepublik hat eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit Russland. Gleichzeitig können europäische Firmen ihre Produkte problemlos nach Kasachstan exportieren. Seit Beginn des Krieges sind die Handelszahlen explodiert. Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen Produkte „Made in Germany“. Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland. Das ARD-Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Die „ARD Story“ folgt den Spuren deutscher Technologie von deutschen Industriegebieten über Zentralasien bis nach Russland. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter?
Das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft. Korrespondenten der ARD sorgen für schnelle und präzise News. Die Tagesschau-Ausgaben zur vollen Stunde werden teilweise mit Videotext-Untertiteln ausgestrahlt.
Eine Menschenkette für die Freiheit - Film von Judith Voelker
2025 · Deutschland, Estland, Lettland
Beschreibung und Details
Im Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft - eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre hilft den baltischen Staaten bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Sogenannte Volksfronten werden gegründet, die im Rahmen der Perestroika geduldet sind. Ein Meilenstein ist das Sängerfest im Sommer 1988 in Tallinn bei dem Hunderttausende friedlich für Freiheit demonstrieren. Dieses Ereignis prägt den Namen der baltischen Unabhängigkeitsbewegung: Singende Revolution. Ein Jahr später folgt eine ehrgeizige und symbolträchtige Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefonen oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren - ein historisches Zeichen für Mut und Zusammenhalt.
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Baupläne für eine bessere Zukunft - Film von Susanne Roser
Beschreibung und Details
Der Niederländer Dave Hakkens gehört zu einer neuen Generation von Designern, welche die Art und Weise, wie wir unsere Welt gestalten, grundsätzlich hinterfragt. Mit 'Precious Plastic' hat er ein Instrument für lokales Plastikrecycling geschaffen. Vor fast sechs Jahren kaufte er mit Gleichgesinnten in Zentralportugal ein Stück Land. Dort gründete er mit dem 'Project Kamp' ein Labor für eine nachhaltige Zukunft.
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Geplante Themen: * Energiepreis-Explosion: Wie teuer wird es im Winter? Die Belastung durch hohe Energiepreise für Haushalte und Unternehmen bleibt hoch: Diesel hat sich binnen eines Jahres um rund 45 Prozent verteuert. Nun soll der Tankrabatt Entlastung schaffen. Heizöl ist rund 80 Prozent teurer geworden und Gas für Endverbraucher etwa 40 Prozent. Viele fragen sich, wie sie die steigenden Kosten im Winter noch stemmen sollen. Neben den Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten treiben auch Steuern und Abgaben die Preise. Zugleich mehren sich Sorgen vor möglichen Versorgungsengpässen. "Plusminus" zeigt, warum Energie derzeit so teuer ist und welche Faktoren die Preise antreiben. * Ein Jahr Evelyn Palla - ist die Deutsche Bahn auf dem richtigen Weg? Seit einem Jahr steht Evelyn Palla an der Spitze der Deutschen Bahn. Die Aufgabe ist groß: Im August kam nur etwas mehr als jeder zweite Fernzug pünktlich ans Ziel. Jahrzehntelang wurde zu wenig in das Schienennetz investiert; viele Strecken und Anlagen gelten als marode, wichtige Korridore sind überlastet. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Österreich oder Italien, dass Bahnverkehr auch deutlich zuverlässiger funktionieren kann. * Digitaler Euro: Wie bezahlen wir künftig? Mit Karte, Smartphone oder online bezahlen: Das gehört längst zum Alltag. Doch künftig könnte eine neue Bezahlform dazukommen: der digitale Euro. Die Europäische Zentralbank will ihn schon im nächsten Jahr testen. Für Verbraucher soll er kostenlos sein und Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Doch noch sind viele Fragen offen: Wie sicher sind Daten? Wie anonym bleiben Zahlungen? Wer bezahlt die Einführung? "Plusminus" zeigt, was der digitale Euro für Verbraucher verändern würde und warum Banken, Handel und Politik noch über zentrale Regeln streiten.
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Griechenland hat über 200 bewohnte Inseln, von denen viele nicht über eine medizinische Versorgung verfügen. Glücklicherweise gibt es Ärzte, die solche entlegenen Ägäis-Inseln besuchen, um ehrenamtlich zu helfen. "Re:" begleitet die Mission eines Ärzteteams auf die Kykladen-Insel Serifos. Dort wird mit zwei Lkw voll medizinischem Equipment für ein paar Tage ein provisorisches Krankenhaus errichtet. Die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung hat vor zehn Jahren ein System von mobilen medizinischen Teams aufgebaut, die monatlich in Piräus auf die Fähre steigen, um kleine, entlegene Inseln für jeweils eine knappe Woche medizinisch zu versorgen. Denn die Kosten für einen Arztbesuch auf dem Festland können sich viele Inselbewohner nicht leisten, und im Winter sind Überfahrten wegen schlechten Wetters oftmals ganz unmöglich. Der Augenarzt Christos Christoulakis ist von Anfang an bei diesen Einsätzen dabei: "Wir geben etwas. Aber wir bekommen auch sehr viel zurück". Zusammen mit Tasos Stamatiadis, dem technischen Leiter der Mission, ist er auf dem Weg nach Serifos. Auf der Fähre werden sie von zwei Lkws voll mit medizinischem Gerät begleitet, darunter ein tragbares Röntgengerät, ein digitales 3D-Mammografiegerät und ein Knochendichtescanner. Auf Serifos wird in wenigen Stunden ein Pop-up-Krankenhaus errichtet, mit dem die Insel vier Tage lang über die medizinische Infrastruktur einer kleinen Stadt verfügt – mit vielen verschiedenen Fachärzten und Krankenschwestern, die alle ehrenamtlich arbeiten. Auf der Insel wird das Medizinteam schon erwartet; viele der knapp 1.500 Einwohner kommen zu Untersuchungen vorbei, oft zu mehreren. Das "reisende Krankenhaus" hilft ihnen so, trotz der fehlenden Infrastruktur weiter auf Serifos zu leben. Manchen Patienten allerdings müssen die Ärzte zu einer Therapie auf dem Festland raten – so wie Susanna Diogou, die Lähmungserscheinungen in ihrem linken Fuß hat. Aber dafür müsste die Familie sich für längere Zeit trennen – ein Dilemma, das viele Menschen auf den Inseln fürchten.
Das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft. Korrespondenten der ARD sorgen für schnelle und präzise News. Die Tagesschau-Ausgaben zur vollen Stunde werden teilweise mit Videotext-Untertiteln ausgestrahlt.
Das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft. Korrespondenten der ARD sorgen für schnelle und präzise News. Die Tagesschau-Ausgaben zur vollen Stunde werden teilweise mit Videotext-Untertiteln ausgestrahlt.
Wem gehört das Stadtbild? Ein Jahr nach einer Debatte, die die Nation bewegte Deutschland diskutiert wieder über Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Ausgelöst durch die Debatte um Migration und das "deutsche Stadtbild", angestoßen von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat sich eine gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt geschoben, die weit über Kriminalität oder Asylpolitik hinausgeht: Wie verändert Zuwanderung das Land - und was bedeutet das emotional für die Menschen, die hier leben? Die Dokumentation "Tanz um Tabu" begibt sich auf eine Reise durch ein Deutschland im Wandel. Zwischen Bahnhofsvierteln, Schützenfesten, migrantisch geprägten Stadtteilen und Rheinromantik erkundet sie eine Nation zwischen Verlustgefühl, Fortschrittserzählung und der Suche nach einem neuen Wir. In Mönchengladbach scheint das klassische Bild der alten Bundesrepublik verblasst: Barber Shops statt Metzgereien, Shisha Bars statt Eckkneipen, Menschen mit internationaler Geschichte prägen längst das Straßenbild. Für manche ist das Ausdruck von Vielfalt und Realität eines modernen Einwanderungslandes. Für andere ein sichtbarer Verlust von Vertrautheit. Auch unter Menschen mit Migrationsgeschichte gehen die Meinungen auseinander. Ali, Betreiber eines Dönerstands, erzählt von harter Arbeit und dem Gefühl, dass Leistung heute weniger zählt als früher. Die Reise führt weiter in die ehemalige Bonner Republik - an den Rhein, nach Königswinter und zum Drachenfels. Dort treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander: Rheinromantik, deutsche Geschichte und die Sehnsucht nach einer alten Bundesrepublik, die viele mit Ordnung, Wohlstand und kultureller Sicherheit verbinden. Gibt es eine neue "Westalgie"? Und wie blickt die junge Generation auf diese nostalgische Rückschau? Darüber spricht unter anderem Johannes Volkmann, Enkel Helmut Kohls und Vertreter eines modernen Konservatismus. In Duisburg-Hochfeld wiederum zeigt sich eine andere Realität. Der Stadtteil ist seit Jahrzehnten von Einwanderung geprägt. Viele Familien haben sich hier ein Leben aufgebaut und verstehen Deutschland selbstverständlich als ihre Heimat. Doch gleichzeitig berichten Menschen wie der Pädagoge Burak Yilmaz von einem Gefühl anhaltender Fremdheit - trotz Generationen in Deutschland. "Tanz um Tabu" begleitet Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven: Politikerinnen, Unternehmer, Integrationsarbeiter, Intellektuelle und Bürger. Die Dokumentation stellt unbequeme Fragen: Warum fällt es Deutschland so schwer, ein positives Verhältnis zur eigenen Kultur zu entwickeln? Was geht verloren, wenn Traditionen verschwinden - und was entsteht neu? Kann ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl entstehen, wenn sich das Land demografisch grundlegend verändert? Die Dokumentation verbindet persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Entwicklungen: Migration, demografischer Wandel, wirtschaftlicher Strukturverlust, Kneipensterben, Identitätsdebatten und Integrationskonflikte. Sie beobachtet ein Land, das sich sichtbar verändert - und fragt, ob Deutschland noch weiß, wer es sein will.
Das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Wissenschaft. Korrespondenten der ARD sorgen für schnelle und präzise News. Die Tagesschau-Ausgaben zur vollen Stunde werden teilweise mit Videotext-Untertiteln ausgestrahlt.
* #Medtoo – Macht und Missbrauch im OP Zahlen und Berichte zu Machtmissbrauch haben in diesem Jahr eine Debatte unter Ärztinnen und Ärzten losgetreten. Fachleute sehen ein systemisches Problem aufgrund von starken Hierarchien in Krankenhäusern. Doch wer begrenzt die Macht der Vorgesetzten in Krankenhäusern?
Wie deutsche Waren den Weg in Putins Russland finden - Film von Michael Höft
Beschreibung und Details
Ein packender Film über geheime Handelswege zwischen Deutschland und Russland, mitten im Krieg. Deutschland steht offiziell fest an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich im kältesten Winter der Kriegsjahre auf den Weg nach Kyjiw. Der Himmel über der ukrainischen Hauptstadt wird fast jede Nacht vor allem von einer Waffe bedroht: der Drohne Geran-2. Diese Drohne wurde ursprünglich im Iran als Shahed-Drohne entwickelt und wird inzwischen in Russland selbst produziert. Immer wieder schlagen diese unbemannten Flugkörper in Wohnhäusern ein. Zivilisten sterben in ihren Wohnungen. Bei einem Termin beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhält das ARD-Team Zugang zu den Überresten abgeschossener Drohnen. Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Geleakte russische Zollpapiere zeigen detailliert, welche Firmen welche Waren nach Russland geliefert haben und welchen Weg diese Güter genommen haben. Die Spur führt nach Zentralasien. Vor allem Kasachstan spielt eine Schlüsselrolle. Die ehemalige Sowjetrepublik hat eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit Russland. Gleichzeitig können europäische Firmen ihre Produkte problemlos nach Kasachstan exportieren. Seit Beginn des Krieges sind die Handelszahlen explodiert. Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen Produkte „Made in Germany“. Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland. Das ARD-Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Die „ARD Story“ folgt den Spuren deutscher Technologie von deutschen Industriegebieten über Zentralasien bis nach Russland. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter?
Direktorin Zentrum für Osteuropa- und Internationale Studien
Beschreibung und Details
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
WDR/Michael Günther
Ukraine - Hilfe für ein versehrtes Land
Film von Heike Schüler und Michael Günther
Beschreibung und Details
In der Ukraine gibt es durch den russischen Angriffskrieg mittlerweile Zehntausende von Amputationsverletzten, vor allem unter Soldaten. Das stellt die ukrainische Gesellschaft vor riesige Probleme. "Unser Land ist nicht auf Menschen wie uns vorbereitet", sagt Vitalii Saiko-Kazakow, der selbst an der Front schwer verwundet wurde. Um dazu beizutragen, dass möglichst viele der schwerverletzten Menschen wieder in ein normales Leben zurückkehren können, hat sich "Life Bridge Ukraine", eine Berliner Hilfsorganisation, ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will nicht nur Soldaten mit Prothesen versorgen, sondern gleichzeitig auch junge ukrainische Trainees ausbilden, damit mit ihrer Mitarbeit auch in Kiew ein modernes Prothesenzentrum betrieben werden kann. Eine gewaltige Kraftanstrengung, für alle Beteiligten. Alles, was für dieses Projekt nötig ist, wird Janine von Wolfersdorff, die Gründerin der Hilfsorganisation, über Monate organisieren, wird mit Behörden verhandeln, Spenden einwerben und sich persönlich um die verletzten Soldaten kümmern. Vitalii Saiko-Kazakow und Zhenya Syvolap gehören zu den ersten Patienten, die zur Versorgung nach Berlin reisen; sie haben jeweils beide Beine verloren, der erst 24-jährige Zhenya zusätzlich einen Unterarm. Für Vitalii ist das Hilfsprojekt ein Glücksfall, bereits seine ersten Prothesen sitzen perfekt. Dank seiner sportlichen Kondition kann er schon bald wieder neu gehen lernen. Für Zhenya, der zu den am schwersten verletzten Patienten gehört, ist der Weg zurück ins normale Leben schwieriger und länger. Auch er wird in Berlin auf Prothesen stehen und Treppen steigen, aber vor ihm liegen zunächst noch einige Operationen. Die Story begleitet die Patienten Vitalii und Zhenya und von der ersten Wochen ihrer Behandlung in Berlin bis zu ihrer Rückkehr in die Ukraine; sie beobachtet, mit wie vielen Schwierigkeiten die jungen Männer auch jenseits der medizinischen Versorgung zu kämpfen haben. Die 22-jährige Trainee Anastasiia Tkach lernt an "ihrem" Patienten Vitalii im "Crash-Kurs" das Wichtigste zum Prothesenbau. Sie ist eigentlich Physiotherapeutin - sie wird eine der ersten Fachkräfte im Prothesenzentrum in Kiew sein. Obwohl sie ein Jobangebot in Berlin bekommt, entscheidet sie sich, in die Ukraine zurückzukehren, um ihre neuen Fähigkeiten dort anzuwenden. In Kiew erwartet sie wieder der Kriegsalltag - tagsüber Cafés im strahlenden Sonnenschein, nachts Drohnenangriffe mit zerstörten Wohnhäusern und Toten und Verletzten. Anastasiia geht nicht mehr in den Luftschutzkeller - sie versucht ein möglichst normales Leben, ohne Angst zu führen, um nicht "verrückt" zu werden. Die Story begleitet die Patienten Vitalii und Zhenya und von der ersten Wochen ihrer Behandlung in Berlin bis zu ihrer Rückkehr in die Ukraine; sie beobachtet, mit wie vielen Schwierigkeiten die jungen Männer auch jenseits der medizinischen Versorgung zu kämpfen haben. Und schließlich dokumentiert der Film der Eröffnung der Prothesenwerkstatt in Kiew im Herbst 2025. Nach zehn Monaten Bauzeit sind aus einer "Müllhalde" im Keller des "Krankenhauses No.12" top moderne Arbeitsräume geworden. Ein mittleres Wunder - und ein großes Stück Hoffnung für ein versehrtes Land.
Drohnenabwehr: Was Deutschland von der Ukraine lernen kann
Was Deutschland von der Ukraine lernen kann
Beschreibung und Details
Noch nie gab es so viele illegale Drohnenflüge über deutschem Territorium wie 2025. Die Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren von 92 auf 225 mehr als verdoppelt. Besonders in der Nähe von Flughäfen stellen die unbemannten Flugobjekte eine reale Gefahr dar. Auch im Luftraum über kritischer Infrastruktur sichten beunruhigte Anwohnerinnen und Anwohner immer mehr Drohnen, viele Videos davon landen im Internet. In den meisten Fällen ist die Polizei im Kampf gegen die Drohnen machtlos. Auch wenn die Aufklärungsquote in den letzten Jahren gestiegen ist, lag sie zuletzt bei ca. 12 - 15 Prozent. Demnach weiß die Polizei bei 85 - 88 Prozent der Sichtungen nichts über die Urheber. Auf die Frage, ob es sich dabei auch um russische Akteure handeln könnte, sagte der BKA-Präsident Holger Münch: »Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit.« Auch wenn es hierzulande bisher noch keine Angriffe von Drohnen gab, hat die Debatte einen militärischen Hintergrund: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Weil westliche Rüstungslieferungen auf sich warten ließen, haben ukrainische Soldaten damit begonnen, handelsübliche Drohnen mit tödlichen Sprengsätzen auszurüsten. Mittlerweile ist der Angriff mit und die Abwehr gegen Drohnen kriegsentscheidend. Laut Militärexperten gehen ca. 80 Prozent aller Tötungen und Schäden in diesem Krieg auf Drohnen zurück. Russland und die Ukraine liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die tödlichsten Innovationen und die effektivsten Abwehrmittel. Für „exactly“ besucht MDR-Reporter Milan Schnieder die Berlin Security Conference und gewinnt dort Eindrücke von einer milliardenschweren Branche, die sich auf die neue Bedrohung umstellen muss. Weil ihm weder die Polizei noch die Bundeswehr Einblicke in den Aufbau ihrer Drohnenabwehr gewähren, entscheidet er sich, selbst in die Ukraine zu reisen. In Kiew besucht das MDR-Team die Firma Genera Cherry. Was als Bastelbude ukrainischer Veteranen begann, wurde zum Startup und ist heute eine der größten Firmen zur Produktion von Angriffs- und Abwehr-Drohnen, so genannten Interceptors. Die werden vor allem gebraucht, um große Drohnen in mehreren Kilometern Flughöhe zu treffen. Diese Interceptors sind nicht nur simpel konstruiert, um Geld zu sparen: “Unsere Soldaten brauchen Produkte, die sie auch unter stressigen Bedingungen einfach bedienen können”, erklärt Marco, der Pressesprecher der Firma. Das Reporterteam verbringt die Nächte mit zivilen Einheiten, die nur darauf warten, russische Shahed-Drohnen mit Großkaliber-Maschinengewehren zu bekämpfen. In Dnipro in der Ostukraine treffen sie einen Mann, der abgestürzte Drohnen entschärft und in einem privat betriebenen Museum ausstellt. Schließlich zeigt eine ukrainischen Drohneneinheit dem Reporter nahe der Front, wie sie sich gegen russische Drohnen schützt. Welche effektive Abwehr gegen die unterschiedlichsten Arten von Drohnen gibt es? Wie unterscheidet sich die Drohnenabwehr in der Ukraine von der in Deutschland?
Wem gehört das Stadtbild? Ein Jahr nach einer Debatte, die die Nation bewegte Deutschland diskutiert wieder über Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Ausgelöst durch die Debatte um Migration und das "deutsche Stadtbild", angestoßen von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat sich eine gesellschaftliche Frage in den Mittelpunkt geschoben, die weit über Kriminalität oder Asylpolitik hinausgeht: Wie verändert Zuwanderung das Land - und was bedeutet das emotional für die Menschen, die hier leben? Die Dokumentation "Tanz um Tabu" begibt sich auf eine Reise durch ein Deutschland im Wandel. Zwischen Bahnhofsvierteln, Schützenfesten, migrantisch geprägten Stadtteilen und Rheinromantik erkundet sie eine Nation zwischen Verlustgefühl, Fortschrittserzählung und der Suche nach einem neuen Wir. In Mönchengladbach scheint das klassische Bild der alten Bundesrepublik verblasst: Barber Shops statt Metzgereien, Shisha Bars statt Eckkneipen, Menschen mit internationaler Geschichte prägen längst das Straßenbild. Für manche ist das Ausdruck von Vielfalt und Realität eines modernen Einwanderungslandes. Für andere ein sichtbarer Verlust von Vertrautheit. Auch unter Menschen mit Migrationsgeschichte gehen die Meinungen auseinander. Ali, Betreiber eines Dönerstands, erzählt von harter Arbeit und dem Gefühl, dass Leistung heute weniger zählt als früher. Die Reise führt weiter in die ehemalige Bonner Republik - an den Rhein, nach Königswinter und zum Drachenfels. Dort treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander: Rheinromantik, deutsche Geschichte und die Sehnsucht nach einer alten Bundesrepublik, die viele mit Ordnung, Wohlstand und kultureller Sicherheit verbinden. Gibt es eine neue "Westalgie"? Und wie blickt die junge Generation auf diese nostalgische Rückschau? Darüber spricht unter anderem Johannes Volkmann, Enkel Helmut Kohls und Vertreter eines modernen Konservatismus. In Duisburg-Hochfeld wiederum zeigt sich eine andere Realität. Der Stadtteil ist seit Jahrzehnten von Einwanderung geprägt. Viele Familien haben sich hier ein Leben aufgebaut und verstehen Deutschland selbstverständlich als ihre Heimat. Doch gleichzeitig berichten Menschen wie der Pädagoge Burak Yilmaz von einem Gefühl anhaltender Fremdheit - trotz Generationen in Deutschland. "Tanz um Tabu" begleitet Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven: Politikerinnen, Unternehmer, Integrationsarbeiter, Intellektuelle und Bürger. Die Dokumentation stellt unbequeme Fragen: Warum fällt es Deutschland so schwer, ein positives Verhältnis zur eigenen Kultur zu entwickeln? Was geht verloren, wenn Traditionen verschwinden - und was entsteht neu? Kann ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl entstehen, wenn sich das Land demografisch grundlegend verändert? Die Dokumentation verbindet persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Entwicklungen: Migration, demografischer Wandel, wirtschaftlicher Strukturverlust, Kneipensterben, Identitätsdebatten und Integrationskonflikte. Sie beobachtet ein Land, das sich sichtbar verändert - und fragt, ob Deutschland noch weiß, wer es sein will.
* #Medtoo – Macht und Missbrauch im OP Zahlen und Berichte zu Machtmissbrauch haben in diesem Jahr eine Debatte unter Ärztinnen und Ärzten losgetreten. Fachleute sehen ein systemisches Problem aufgrund von starken Hierarchien in Krankenhäusern. Doch wer begrenzt die Macht der Vorgesetzten in Krankenhäusern?
Direktorin Zentrum für Osteuropa- und Internationale Studien
Beschreibung und Details
Detaillierte Programminformationen sind derzeit nicht verfügbar.
NDR
Die Russland-Route
Wie deutsche Waren den Weg in Putins Russland finden - Film von Michael Höft
Beschreibung und Details
Ein packender Film über geheime Handelswege zwischen Deutschland und Russland, mitten im Krieg. Deutschland steht offiziell fest an der Seite der Ukraine. Sanktionen sollen verhindern, dass westliche Technologie in russischen Waffen landet. Politik und Wirtschaft versichern immer wieder, dass Lieferketten unterbrochen seien. Doch stimmt das wirklich? Filmemacher Michael Höft und sein Team machen sich im kältesten Winter der Kriegsjahre auf den Weg nach Kyjiw. Der Himmel über der ukrainischen Hauptstadt wird fast jede Nacht vor allem von einer Waffe bedroht: der Drohne Geran-2. Diese Drohne wurde ursprünglich im Iran als Shahed-Drohne entwickelt und wird inzwischen in Russland selbst produziert. Immer wieder schlagen diese unbemannten Flugkörper in Wohnhäusern ein. Zivilisten sterben in ihren Wohnungen. Bei einem Termin beim ukrainischen Militärgeheimdienst erhält das ARD-Team Zugang zu den Überresten abgeschossener Drohnen. Auf Tischen liegen zerlegte Elektronikteile, Kabel und Chips. Experten zeigen den Journalisten Bauteile aus westlicher Produktion. Besonders häufig tauchen elektronische Komponenten deutscher Hersteller auf. Ohne diese Bauteile würden viele der Drohnen nicht fliegen, erklären die Spezialisten dem Team. Doch wie gelangen solche Komponenten trotz der Sanktionen nach Russland? Geleakte russische Zollpapiere zeigen detailliert, welche Firmen welche Waren nach Russland geliefert haben und welchen Weg diese Güter genommen haben. Die Spur führt nach Zentralasien. Vor allem Kasachstan spielt eine Schlüsselrolle. Die ehemalige Sowjetrepublik hat eine Zollunion und ein Freihandelsabkommen mit Russland. Gleichzeitig können europäische Firmen ihre Produkte problemlos nach Kasachstan exportieren. Seit Beginn des Krieges sind die Handelszahlen explodiert. Mithilfe eines russischen Journalisten im Exil macht sich Michael Höft auf die Suche nach den Zwischenhändlern. In unauffälligen Lagerhallen in Almaty liegen Produkte „Made in Germany“. Von hier aus werden sie weiterverteilt, oft Richtung Russland. Das ARD-Team verfolgt Lieferketten, spricht mit anonymen Händlern und konfrontiert deutsche Unternehmen mit ihren Recherchen. Dabei zeigt sich: Offiziell liefert niemand nach Russland. Doch über Umwege funktioniert der Handel weiterhin, präzise organisiert und äußerst lukrativ. Die „ARD Story“ folgt den Spuren deutscher Technologie von deutschen Industriegebieten über Zentralasien bis nach Russland. Der Film zeigt ein System aus Zwischenhändlern, Freihandelszonen und logistischen Schlupflöchern und stellt eine unbequeme Frage: Wenn Sanktionen den Krieg stoppen sollen, warum funktionieren die Lieferketten trotzdem weiter?
In der Ukraine gibt es durch den russischen Angriffskrieg mittlerweile Zehntausende von Amputationsverletzten, vor allem unter Soldaten. Das stellt die ukrainische Gesellschaft vor riesige Probleme. "Unser Land ist nicht auf Menschen wie uns vorbereitet", sagt Vitalii Saiko-Kazakow, der selbst an der Front schwer verwundet wurde. Um dazu beizutragen, dass möglichst viele der schwerverletzten Menschen wieder in ein normales Leben zurückkehren können, hat sich "Life Bridge Ukraine", eine Berliner Hilfsorganisation, ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will nicht nur Soldaten mit Prothesen versorgen, sondern gleichzeitig auch junge ukrainische Trainees ausbilden, damit mit ihrer Mitarbeit auch in Kiew ein modernes Prothesenzentrum betrieben werden kann. Eine gewaltige Kraftanstrengung, für alle Beteiligten. Alles, was für dieses Projekt nötig ist, wird Janine von Wolfersdorff, die Gründerin der Hilfsorganisation, über Monate organisieren, wird mit Behörden verhandeln, Spenden einwerben und sich persönlich um die verletzten Soldaten kümmern. Vitalii Saiko-Kazakow und Zhenya Syvolap gehören zu den ersten Patienten, die zur Versorgung nach Berlin reisen; sie haben jeweils beide Beine verloren, der erst 24-jährige Zhenya zusätzlich einen Unterarm. Für Vitalii ist das Hilfsprojekt ein Glücksfall, bereits seine ersten Prothesen sitzen perfekt. Dank seiner sportlichen Kondition kann er schon bald wieder neu gehen lernen. Für Zhenya, der zu den am schwersten verletzten Patienten gehört, ist der Weg zurück ins normale Leben schwieriger und länger. Auch er wird in Berlin auf Prothesen stehen und Treppen steigen, aber vor ihm liegen zunächst noch einige Operationen. Die Story begleitet die Patienten Vitalii und Zhenya und von der ersten Wochen ihrer Behandlung in Berlin bis zu ihrer Rückkehr in die Ukraine; sie beobachtet, mit wie vielen Schwierigkeiten die jungen Männer auch jenseits der medizinischen Versorgung zu kämpfen haben. Die 22-jährige Trainee Anastasiia Tkach lernt an "ihrem" Patienten Vitalii im "Crash-Kurs" das Wichtigste zum Prothesenbau. Sie ist eigentlich Physiotherapeutin - sie wird eine der ersten Fachkräfte im Prothesenzentrum in Kiew sein. Obwohl sie ein Jobangebot in Berlin bekommt, entscheidet sie sich, in die Ukraine zurückzukehren, um ihre neuen Fähigkeiten dort anzuwenden. In Kiew erwartet sie wieder der Kriegsalltag - tagsüber Cafés im strahlenden Sonnenschein, nachts Drohnenangriffe mit zerstörten Wohnhäusern und Toten und Verletzten. Anastasiia geht nicht mehr in den Luftschutzkeller - sie versucht ein möglichst normales Leben, ohne Angst zu führen, um nicht "verrückt" zu werden. Die Story begleitet die Patienten Vitalii und Zhenya und von der ersten Wochen ihrer Behandlung in Berlin bis zu ihrer Rückkehr in die Ukraine; sie beobachtet, mit wie vielen Schwierigkeiten die jungen Männer auch jenseits der medizinischen Versorgung zu kämpfen haben. Und schließlich dokumentiert der Film der Eröffnung der Prothesenwerkstatt in Kiew im Herbst 2025. Nach zehn Monaten Bauzeit sind aus einer "Müllhalde" im Keller des "Krankenhauses No.12" top moderne Arbeitsräume geworden. Ein mittleres Wunder - und ein großes Stück Hoffnung für ein versehrtes Land.
Drohnenabwehr: Was Deutschland von der Ukraine lernen kann
Was Deutschland von der Ukraine lernen kann
Beschreibung und Details
Noch nie gab es so viele illegale Drohnenflüge über deutschem Territorium wie 2025. Die Zahl hat sich in den letzten fünf Jahren von 92 auf 225 mehr als verdoppelt. Besonders in der Nähe von Flughäfen stellen die unbemannten Flugobjekte eine reale Gefahr dar. Auch im Luftraum über kritischer Infrastruktur sichten beunruhigte Anwohnerinnen und Anwohner immer mehr Drohnen, viele Videos davon landen im Internet. In den meisten Fällen ist die Polizei im Kampf gegen die Drohnen machtlos. Auch wenn die Aufklärungsquote in den letzten Jahren gestiegen ist, lag sie zuletzt bei ca. 12 - 15 Prozent. Demnach weiß die Polizei bei 85 - 88 Prozent der Sichtungen nichts über die Urheber. Auf die Frage, ob es sich dabei auch um russische Akteure handeln könnte, sagte der BKA-Präsident Holger Münch: »Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit.« Auch wenn es hierzulande bisher noch keine Angriffe von Drohnen gab, hat die Debatte einen militärischen Hintergrund: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Weil westliche Rüstungslieferungen auf sich warten ließen, haben ukrainische Soldaten damit begonnen, handelsübliche Drohnen mit tödlichen Sprengsätzen auszurüsten. Mittlerweile ist der Angriff mit und die Abwehr gegen Drohnen kriegsentscheidend. Laut Militärexperten gehen ca. 80 Prozent aller Tötungen und Schäden in diesem Krieg auf Drohnen zurück. Russland und die Ukraine liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die tödlichsten Innovationen und die effektivsten Abwehrmittel. Für „exactly“ besucht MDR-Reporter Milan Schnieder die Berlin Security Conference und gewinnt dort Eindrücke von einer milliardenschweren Branche, die sich auf die neue Bedrohung umstellen muss. Weil ihm weder die Polizei noch die Bundeswehr Einblicke in den Aufbau ihrer Drohnenabwehr gewähren, entscheidet er sich, selbst in die Ukraine zu reisen. In Kiew besucht das MDR-Team die Firma Genera Cherry. Was als Bastelbude ukrainischer Veteranen begann, wurde zum Startup und ist heute eine der größten Firmen zur Produktion von Angriffs- und Abwehr-Drohnen, so genannten Interceptors. Die werden vor allem gebraucht, um große Drohnen in mehreren Kilometern Flughöhe zu treffen. Diese Interceptors sind nicht nur simpel konstruiert, um Geld zu sparen: “Unsere Soldaten brauchen Produkte, die sie auch unter stressigen Bedingungen einfach bedienen können”, erklärt Marco, der Pressesprecher der Firma. Das Reporterteam verbringt die Nächte mit zivilen Einheiten, die nur darauf warten, russische Shahed-Drohnen mit Großkaliber-Maschinengewehren zu bekämpfen. In Dnipro in der Ostukraine treffen sie einen Mann, der abgestürzte Drohnen entschärft und in einem privat betriebenen Museum ausstellt. Schließlich zeigt eine ukrainischen Drohneneinheit dem Reporter nahe der Front, wie sie sich gegen russische Drohnen schützt. Welche effektive Abwehr gegen die unterschiedlichsten Arten von Drohnen gibt es? Wie unterscheidet sich die Drohnenabwehr in der Ukraine von der in Deutschland?
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